Vor zehn Jahren, während meiner Ausbildung zum Mediengestalter, spielte ich das erste mal mit dem Gedanken Windows den Rücken zu kehren und zu Macintosh zu wechseln. Bis dahin, war ich ein eingeschworener Windows-User, der nie etwas anderes angerührt hatte und auf Kriegsfuß mit allen anderen OS stand. Damals kam ich mit Mac's nicht sonderlich zurecht, aber verbunden mit der Ausbildung und mit der dortigen Ausstattung war der Wechsel durchaus plausibel und die Nutzung des OSX an der tagesordnung. Ich began mich mit dem Betriebssystem von Apple immer mehr anzufreunden, aber ich hasste die Ein-Button-Maus von Apple. Einige Mitschüler haben den Sprung von Windows zu Macintosh gewagt und davon geschwärmt. Ich wurde ebenfalls davon angesteckt, allerdings entschloss ich mich aus finanziellen Engpässen dennoch nicht sofort dazu. Erst zwei Jahre später sollte ich soweit sein.

2009 kam ich schließlich zum eigenen Mac - einem weißen MacBook Unibody (Late 2009) Duo-Core. Es war magisch! Allein das Gefühl beim Auspacken versetzte mich in Herzraserei. So rein, so jungfräulich und so schön! Der heilige Gral unter den PC's! Seit dem, habe ich meinen Windows Rechner eingemottet und nie wieder angerührt. Nie wieder! Danach kam alles Schlag auf Schlag. Ich wurde zum fanatischen Apple-Jünger, schaute jede WWDC, kaufte mir mein erstes iPhone (ein 3GS, ebenfalls in Weiß) und kurz darauf auch mein erstes iPad 2. Damit ließ ich alle Windows- und Android-Krücken hinter mir, alle Neuinstallationen, Defragmentierungen, alle Blackscreens und Abstürze. Nie wieder hatte ich Probleme mit meinem Operating System.

Was dann folgte, war ein unaufhörlicher Gerätetausch. Updates ohne Ende! Jedes Jahr erschien etwas neues von Apple, das ich unbedingt haben musste. Und obwohl ich alle Apple-Gadgets liebe, bin ich doch kein großer Nostalgiker oder Sammler. Die Altgeräte haben den Neuen Platz gemacht - wurden verkauft und bekamen so eine zweite Chance, eine neue Aufgabe und einen neuen Besitzer. Derzeit besitzen, meine Freundin und ich, zusammen nur noch sechs Apple Geräte (1x iPod, 2x iPhone [5 Plus, 6 Plus], 2x MacBook [Unibody, Air] und 1x iPad Pro). An der Auflistung sehe ich deutlich, dass meine Kaufkraft in letzter Zeit etwas nachgelassen hat. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass ich mich auf die Geräte, die ich brauche, eingependelt habe und zum anderen, dass Apple nichts außergewöhnliches mehr veröffentlicht. Ich habe alles was ich brache! Einzig das iPad ist ein Gerät, das ich versuche immer auf dem neuesten Stand zu halten. Mit dem Rest meiner Apple-Familie bin ich auch so zufrieden.

Über sieben Jahre später, schreibe ich diesen Post, hier auf meiner Webseite. Ratet doch einmal, mit welchem Gerät? - Mit meinem geliebten MacBook Unibody von Ende 2009! Unfassbar, aber nur dieses eine Gerät hat alle meine Neuerungen überlebt! Mein aller erster Mac. Er hat alles überdauert! Noch nie hat ein PC bei mir länger durchgehalten! Ganz egal ob Desktop oder Notebook, alle gingen sie nach einem oder zwei Jahren in die Knie. Manche wurden träge, andere gaben den Geist komplett auf. Aber dieses MacBook trotzte sieben Jahre lang allem, was ich ihm zumutete und ging mit mir durch dick und dünn. Er steckte alle Stürze, Wutanfälle und sogar einen Coca-Cola Bad locker weg. Als Belohnung dafür, spendierte ich ihm vor einem Jahr einen kompletten Overhaul: eine 250GB Solid-State-Drive (Flash-Speicher-Festplatte) und das maximum an 8GB RAM. Nach diesem Upgrade hatten seine verstaubten Lungen wieder frischen Sauerstoff bekommen. Er atmete wieder so richtig durch und flitzt seit dem richtig schnell!

Vor einigen Wochen hat sein Bildschirm das zeitliche gesegnet. Er wurde diagonal dunkel, fast schwarz, während die gegenüberliegende Seite noch alles anzeigte. Ich vermute, das kommt davon, dass ich ihn fast nie ausschalte. Ich dunkle den Bildschirm meist nur ab und lasse den Rechner über Nacht laufen. Die LED's überhitzen und brennen irgendwann durch. Erstaunlich wie lange diese durchhielten, angesichts meiner rücksichtslosen Nutzung. Das hat auch meinen Akku sehr beansprucht, somit hält es seine Ladung nicht länger als 25 Minuten, danach muss es wieder an's Kabel. Glücklicherweise hatte ich noch einen Ersatzbildschirm auftreiben und meinen geliebten Mac wieder in's Leben holen können.

In letzter Zeit dreht der Lüfter meines MacBooks aber immer höher. Er ist einfach zu alt. Die Leitpaste ist eingetrocknet, der Lüfter zugesetzt und die Anwendungen, die er am Laufen halten muss, werden immer leistungshungriger. Der schnelllebigen IT-Branche nach zu urteilen, ist das ein echter Veteran, der dem Wandel der Zeit wacker getrotzt und sich seine Daseinsberechtigung redlich verdient hat! Vor dieser Ingeneursleitung kann ich nur salutieren!

Nun ist die Zeit gekommen, diesem Gerät endlich seine verdiente Ruhe zu gönnen. Ich werde ihn ausschalten. Aber hoffentlich nicht zum letzten mal! Irgendwann, will ich ihn wieder einschalten und den Apple-spezifischen Begrüsungston durch seine verstaubten Lautsprecher hören. Aber bis dahin wird er ruhen...


Es beginnt ein neues Kapitel. Ein Kapitel für einen anderen Mac. Meinen zweiten. Ich bin traurig und aufgeregt zugleich. Wie wird diese neue Begegnung sein? Wie lange wird sie anhalten?

Ich habe sehr lange überlegt, welcher Mac an die Stelle meines alten treten könnte und kam zu dem Schluss, dass ich einen Desktop PC von Apple ausprobieren möchte. Die Entscheidung fiel auf einen Mac Mini. Mini's sind klasse! Ihre Leistung ist vergleichbar mit der eines Notebooks (sie wird also meinen Ansprüchen gerecht) und man kann sie headless, als Server oder ähnliches, betreiben! Aber mir war klar, dass Apple schon lange keine Updates mehr an den Mini's durchgeführt hat und es derzeit auch unklar ist, ob die Mac Mini's weiterhin von Apple vertrieben, oder bei der nächsten WWDC abgeschafft werden. Seit 2012 sind sie sowieso nur noch verschlimmerverbessert worden. Trotzdem wollte ich einen Mini. Im Gegensatz zu iMacs kann man sie problemlos aufrüsten und einen riesigen Bildschirm, Tastatur und Trackpad besitze ich ohnehin. Ich entschied mich Ausschau nach einem Mac Mini i5 von 2012 zu halten und diesen komplett nach meinen Bedürfnissen umzubauen. Kurz darauf fand ich die passende Anzeige bei eBay und schlug für knapp 400,- EUR zu. Ein echtes Schnäppchen! Auf Amazon habe ich gleich einige Teile dazu geordert: 16GB RAM, 500GB SSD, HDD-Dual-Kit und eine Tube Wärmeleitpaste. Inklusive des Umbausets kostet mich der Mac mickrige ~600,- EUR und wird die nächsten vier Jahre sicher gute Dienste leisten. Es hat sich also gelohnt!


Nachdem alles ankam, baute ich den Mini auseinander und säuberte sorgsam alle Teile, wobei ich ihn eigentlich im tadellosen Zustand vorfand. Danach trug ich die neue Wärmeleitpaste auf die Prozessoren auf, baue zwei SSD Festplatten (mit einem Gesamtvolumen von ~730GB) ein, steckte die Neuen RAM Sticks in die Slots und baute alles wieder zusammen. Das Ergebnis ist berauschend! Er fühlt sich, wie ein neuer Macintosh an! Und er ist so leise! Ich hatte schon fast vergessen, wie leise neue Macs eigentlich sind. Ein klasse Erlebnis. Eine Migration oder einen Backup musste ich übrigens gar nicht erst machen, denn die zweite SSD kam direkt aus MacBook. Alle Daten waren also gleich drauf. Das nenne ich Plug-And-Play!


EDIT Nach der Apple WWDC vom 27.10.2016, weiß ich nun endgültig, dass ich mit diesem Mac die richtige Entscheidung gefällt habe! Es gab wieder einmal keine Updates für die Mac Mini's.