Guten Abend, Freunde. Heute geht es um ein wirklich spannendes Thema: Pixelart. Das sind diese grobkörnigen Bilder, die aus farbigen, fetten Rechtecken bestehen, ganz so, als ob sie skaliert wurden und es ihnen deshalb an Schärfe fehlt. Doch genau dieser Eindruck ist sogar gewünscht!


Früher war das ganze den Grenzen der Technik geschuldet, doch heute wird dieser Look immer populärer and daher bewusst angestrebt - und zwar nicht nur von den Indie's, sondern auch von großen Game-Studios. Zu gut waren wohl die Verkaufszahlen und zu groß der Hype um: Sword & Sworcery EP, Crawl, FEZ, Super Meat Boy, Undertale & Co, sodass nun jeder auf den Zug aufspringen möchte. - Zugegeben, auch für mich hat Pixelart einen unwiderstehlichen Charme, aber nicht des Business wegen. Nur einmal hatte ich mich bisher heran getraut und bin sogleich einem der größten Irrtümer auf den Leim gegangen: dass Pixelart einfacher wäre als zu zeichnen. Unfug! Eigentlich trifft sogar das Gegenteil zu (besonders beim Animieren)! Es ist sogar schwieriger den Charakter einer Figur auf einen so kleinen Raum zu bannen. Aber genau diese Herausforderung macht es so interessant und einzigartig. In diesem Post möchte ich euch zeigen, wie ich an diese schwierige Aufgabe herangegangen bin und welche großartigen Techniken und Programme ich verwende.

Zu allererst möchte ich sagen, dass ich OSX nutze und daher meine Auswahl an Apps, für Pixelart, begrenzt ist. Ich habe alle Programme, die ich über Google, für mein System, finden konnte, ausgiebig getestet und kann daher ein klares Urteil darüber fällen. Nehmt Aseprite! Es gibt wirklich nichts vergleichbares oder gar besseres! Glaubt es mir bitte einfach und spart euere Zeit. Das Prog sieht nicht nur mega schnie­ke aus, es ist auch sehr umfangreich und funktionell. Aseprite ist eine Art Photoshop für Pixelart, nur besser!

Nachdem ihr die App geladen und geöffnet habt, schlage ich vor, dass ihr euch damit vertraut macht, indem ihr einfach umher klickt und versucht etwas zu pixeln. Bevor ihr aber an euer erstes Meisterwerk geht, empfehle ich, eine Farbpalette anzulegen. Mein größter Fehler war es, zu aller Anfang, dass ich zu wild mit Farbe umgegangen bin und schlussendlich nichts halbes und nichts ganzen dabei herauskam. Zu leicht lässt man sich verleiten, zu viele Details, auf zu kleinen Raum zu packen.

Die wohl beste Farbpalette, die ich kenne, ist die von pico-8. Sie besteht aus nur 16 Farben, die jedoch hervorragend miteinander harmonieren.

Tip: Einfach dieses Bild in Aseprite öffnen und die Farbwerte mit dem Colorpicker erfassen. Oder noch einfach die Farben des aktuellen Dokumentes über das Palettenmenü übernehmen, wie im folgenden Screenshot zu sehen.

Diese bewusste Begrenzung wird euch lehren, Farbe mit bedacht zu mischen und zu platzieren. Außerdem würde ich zu Beginn keine zu großen Arbeitsflächen verwenden. Denkt daran, dass es immer noch um Pixelart geht. Wir wollen abstrahieren und nicht an Realitätstreue festhalten! Beginnt mit 8x8 px und steigert euch langsam weiter, bis zu einer Größe, bei der ihr ein, für euch, ausgewogenes Qualität-Abstraktions-Verhältnis erreicht habt. Ich persönlich fühle mich zur Zeit mit 16x32 px ganz wohl, wobei ich, in Zukunft, vielleicht, ein wenig größer arbeiten möchte (32x68?). Grundsätzlich, kann man sagen: für knuffige, rundliche Charaktere, verwendet quadratische Arbeitsflächen (8x8, 16x16) - dem entsprechend, für realistischere Proportionen (8x16, 16x32). Aber das ist nur meine laienhafte Empfehlung :)

Die allergrößte Schwierigkeit beim Pixeln ist, zumindest ist es für mich so, überhaupt erst einmal in Fahrt zu kommen. Was will man zeichnen? Wie fängt man an? Mit oder ohne Ebenen arbeiten? Sofort in Farbe oder erst in Grauwerten beginnen und später ausarbeiten? Es gibt so viele verschiedene Herangehensweisen, und alle sind richtig! Jeder muss seinen eigenen Stil finden und ich kann nur empfehlen, alle Tutorials durchzuprobieren, bis man die angenehmste Arbeitsweise, für sich selbst, entdeckt hat. Ich persönlich, lege sofort in Farbe los, suche aber zunächst nach einer aussagekräftigen Silhouette (vielleicht sogar in einer Bewegung)! Jedes Motiv muss einfach Charakter und Ausdruck haben, weshalb eine eingefrorene Bewegung dafür gut geeignet ist. Hat man die Pose definiert, kann man eigentlich auch direkt mit dem Animieren weitermachen. Im Dev-Blog von Crawl gibt es ein anschauliches Beispiel dafür. Dort wird auch gleich gezeigt, wie Ebenen sinnvoll und effektiv dafür eingesetzt werden können. Aber nicht jeder ist so ein 'Ebenen Typ'. Ich bin auch keiner. Ich mag es, Pixel direkt herumzuschieben, oder Sachen schnell zu übermalen, ohne Ebenen hin und her wechseln zu müssen. Auch darüber gibt es Anleitungen, wie dieses Video (ebenfalls von Crawl). Achtung! Die Jungs von Crawl nutzen Photoshop für ihre Pixelarts, was ich so gar nicht empfehlen kann. Aseprite ist das beste Programm dafür, das ich kenne! Und ich kenne viele. Vertraut mir einfach ;)

Ohne euch weiter auf die Folter zu spannen, gibt es anschließend, auch von mir, ein Video zum Thema Pixelart. Ich hoffe, dass ich damit, dem einen oder anderen, die Augen öffnen und einen Schubs nach vorn geben kann.